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Nach dem 11. September ist die Entschlossenheit zum Kampf gegen den internationalen Terrorismus weltweit groß. Die Maßnahmen der USA unter Bush, aber auch anderer westlicher Demokratien tragen allerdings auch Züge einer fatalen politischen Rückwärtsbewegung. Konservativ-chauvinistische oder gar fundamentalistische Deutungsmuster gewinnen an Einfluss und nutzen die allgemeine Verunsicherung zu ihren Gunsten. Für die bekannte amerikanische Kulturkritikerin Marcia Pally ist eine solche Reaktionsweise nichts grundsätzlich Neues: Angesichts komplexer Probleme und Herausforderungen haben Menschen immer schon ihr Heil in einfachen Antworten gesucht. Sie ist jedoch alarmiert von dem Ausmaß, in dem die Bürger aller demokratischen Länder selbst heute in beruhigende, aber naiv-archaische Denkmuster zurückfallen. Im Umgang mit den Krisen der Gegenwart findet Pally überall Beispiele für eine Flucht vor kritischem Denken: Die einen flüchten in eine idealisierte Vergangenheit, andere suchen ihr Heil in einer verklärten Zukunft. Marcia Pally erinnert uns an die historischen Wurzeln unserer Verliebtheit in das Irrationale. Energisch, klug und entschlossen a la Susan Sontag verteidigt sie in bester aufklärerischer Tradition die Sache des selbstverantwortlichen, mündigen Individuums.
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