Der Klappentext:
Ein handelnder Zeitzeuge enthüllt viel Verborgenes aus der entscheidenden Phase der Nachkriegsgeschichte, in der die Keime für die Spaltung Deutschlands gelegt wurden. Wolf Schenkes Bericht beginnt mit der Schilderung des abenteuerlichen, vor einem US-Militärgericht in China geführten Schauprozesses, in dem er und 26 andere Deutsche als > Kriegsverbrecher < angeklagt wurden, weil sie die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht vom 8. Mai 1945 gebrochen und an der Seite Japans weiter Krieg gegen die Vereinigten Staaten geführt haben sollten. Der Verfasser wurde freigesprochen, nahm aber die nach Völkerrecht und Tatbestand unrechtmäßige Verurteilung von 21 anderen nicht hin und führte im besetzten Deutschland und von hier durch drei Gerichtsinstanzen in den USA einen allgemein als aussichtslos betrachteten Kampf bis zur bedingungslosen Befreiung aller Verurteilten im Jahre 1950. Auch die Unterwerfung unter den von den Siegern aus der militärischen Kapitulation abgeleiteten Anspruch auf die politische Autorität über die Deutschen erkannte Wolf Schenke nicht an und zog daraus für sich die Konsequenz des Widerstandes gegen eine in Zusammenarbeit mit den Besatzungsmächten betriebene Politik, die zur Bildung von zwei deutschen Teilstaaten führte. Als einer der ersten Publizisten in Europa trat er seit 1948 für Blockfreiheit ein. An führender Stelle wirkte er in den frühen 50er Jahren in der Neutralitätsbewegung, die gegen die einseitige militärische Bindung der Bundesrepublik antrat, weil sie sah, daß diese die Wiedervereinigung Deutschlands verhinderte. Der Leser erfährt aus erster Hand Einblicke in die Hintergründe der deutschen Teilungstragödie, vom Rücktritt Gustav Heinemanns über die Zurückweisung des sowjetischen Angebotes von 1952 bis zur Genfer Gipfelkonferenz 1955, als der Status der Teilung festgeschrieben wurde. Nicht als nostalgische Reminiszenz unterbreitet der Verfasser seine Aufzeichnungen, sondern um das Verhängnis des Irrweges deutlich zu machen, der unter Verwerfung der blockfreien Alternative gegangen wurde, die im Grunde auch unter veränderten Bedingungen von heute noch gültig ist.
Der Autor:
Geboren in Arnstadt/Thüringen 1914.
Gymnasium in Arnstadt und Hamburg.
1934 Hochschule für Politik und journalistische Ausbildung in Berlin.
1935 Studienreise nach China.
1936 Auslandspressereferent der Reichsjugendführung; endet mit politischer Auseinandersetzung und Ausscheiden aus der NS-Tätigkeit.
1937-1945 Kriegsberichterstatter für den japanisch-chinesischen, später pazifischen Krieg.
1946/47 US-Gefangenschaft.
1949 Gründung der Pressekorrespondenz > Realpolitik < in Hamburg.
1955 Mitbegründer und Verleger des Holsten-Verlags. Langjähriger Vorsitzender der deutschen China-Gesellschaft;
1956-1983
Herausgeber und Chefredakteur der Zeitschrift NEUE POLITIK: Buchveröffentlichungen:
> Kampfplatz Ostasien <, > Reise an der Gelben Front <, > Neue Weltmacht China <, > Der Anti-Schlamm <.
Wolf Schenke starb 1989.